Presse

PresseTExt 2018

2018-PRESSEMELDUNG GEDOK Künstlerinnen in Tutzing

PRESSEMELDUNG:

20 POSITIONEN 

28. Juni 2018 bis 20. Juni 2019

GEDOK Künstlerinnen in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing

„Wer nichts riskiert, kann nicht einmal verlieren“, so lautet einer von zehn Sprüchen die die Künstlerin Ursula Steglich Schaupp auf Bilder von Ed Chagas, einem Fotografen aus Angola, gestempelt hat. Jeder der einmal vor einer weißen leeren Leinwand gestanden hat weiß dass der Mut zum Risiko den Alltag aller Kreativen bestimmt. Nach dem Motto „Doing what you like is freedom“ beginnt eine Reise in unbekannte Phantasiewelten, die – wenn es gut läuft – mit „liking what you do is happiness“ zu Ende geht. Auch Anne Pincus kennt solche Reisen: „I looked for the city and found layers upon layers, a changing world etched on paper mapping an endless history, a palimpsest of lines, and old stones telling tales“, schreibt sie als Statement zu ihrer Arbeit „Philippopolis“ . Es ist der Versuch, eine Stadt mittels ihrer Karten zu malen. Von architektonischen Fragmenten von Gebäuden, sowie Details aus Gebäude-Grundrissen lässt sich auch Angelika Hoegerl inspirieren, wenn sie ihre Objekte aus Holz, Styropor und Stoff gestaltet. Inspiration für ihre Arbeit „cöln I und III“ waren die gotischen Bündelpfeiler des Kölner Doms.

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, weiß ein bekanntes Zitat frei nach Johann Wolfgang von Goethe. Patricia Lincke hat sich daran gehalten. Sie bleibt in der Nähe und bevorzugt Reisen durch die Baumärkte ihrer Umgebung. Hier findet sie Angebote für Lifestyle und Wohnen die für die Optik ganzer Gemeinden verantwortlich sind. Ihre Arbeit „Ballungsraum“, eine Zeichnung bestehend aus Siliconschnüren auf einer Hartfaserplatte, „zeigt uns den Blick von oben auf das Geflecht dieser wuchernden Ortschaften.“ Mit rhythmischen Linien aus Ton- und Videobändern arbeitet Dorothea Frigo. Schon seit den 80er Jahren verwendet sie diesen Datenmüll für raumgreifenden Installationen und Bildobjekte. Daten finden, sammeln und ordnen, um sie schließlich in ein Bild zu bannen. Der Service von Big Data macht es möglich: Bits, Bytes und Cookies, nutzt auch Waltraud Waldherr für ihre assoziativen Assemblagen.

Die Fokussierung auf Struktur und Farbe zeichnet die Arbeiten von Heidrun Eskens aus. Eskens Reise führt uns zu visuellen Phänomenen: Linien, Punkte, Kreise, Gitter, usw. erzeugen raffinierte Effekte und optische Irritationen. Es ergeben sich „Sehstörungen“, die unsere Wahrnehmung auf den Kopf stellen und hinterfragen. Das Bild scheint zu leben, vorne oben und hinten gerät in Bewegung, scheinbare Löcher tun sich auf, brechen die Ordnung der Räume. Eine poetische und meditative Reise in einen Bereich von Veränderung und Transformation.

Auch Ulrike Prusseit erkundet die geheimnisvolle innere Landschaft des „Selbst“. „Von außen unsichtbar, finden sich dort eine Fülle von Anlagen, die einerseits Orientierung geben, andererseits Abgründe aufzeigen. In ihren Arbeiten“, so ihr Statement, „spürt sie einzelnen Facetten der menschlichen Persönlichkeit nach, zwischen Rückwärtsgewandtheit und Sich-neu-Erfinden, zwischen Anwesend-Sein und Sich-Entziehen – Strategien und (Über)Lebensmuster, die sich in unserer Gesellschaft wiederfinden.“ Doch wie können solche Strategien aussehen? Wie bewältigt man Gefühle von Angst, Trauer, Schmerz oder Einsamkeit? Susanne Wagner versucht es mit dem Zeichenstift. Ihr Hauptthema ist der menschliche Körper, den sie mit dem Einsatz von Daumenschrauben, Fallbeil oder Nadeln einer schmerzhaften Befragung unterzieht. Absurd groteske Szenerien, die oft an Comics erinnern. Neben all der Tragik findet man in ihren Arbeiten aber immer auch Witz und schwarzen Humor. Auch im Werk von Renate Gehrcke ist die Zeichnung ein zentraler Bestandteil. Auch hier steht der Mensch im Mittelpunkt. Doch anders als bei Susanne Wagner überwiegt das Heitere, Leichte, wie zum Beispiel die Freude am Tanz.

Wie sich der Wunsch alte und belastende Erfahrungen loszuwerden, die Neugierde auf Zukünftiges und die Suche nach innerer Freiheit optisch umsetzen lassen zeigt Anneliese Neumann in zwei Arbeiten aus der Serie „Beziehungen zwischen kompliziert und erfreulich“. Für Vernetzung und unsichtbare Kommunikation interessiert sich Stephanie Maier in ihren Zeichnungen mit dem Titel „Fungi“. Sie schreibt: „Pilze sind weder Pflanze noch Tier und leben meist im Verborgenen. Das was an die Oberfläche dringt ist nur der Fruchtkörper. Unterirdisch verbirgt sich ein weit verzweigtes komplexes Geflecht, den Neuronen des menschlichen Gehirns nicht unähnlich“. Auch Nina Seidl-Hermanns findet in der Natur Anregungen für ihre Malerei. „Moorland“, Feld und Flur“, „Nach dem Regen“, so die Titel ihrer kraftvoll expressiven Arbeiten, die das Spiel von Licht und Schatten, Farbmustern und Linien reflektieren. Margret Kube genügt der Blick aus dem Fenster. Die Wolken am Himmel oder fliegende Drachen sind Vorlagen für ihre oft schnell gemalten Arbeiten, bei denen sie die Farben meist direkt auf dem Bildträger mischt. „Für eine Verdichtung des bildnerischen Prozesses im vorgegebenen Bildraum“ interessiert sich Maria Hobbing. Sie malt mit Tempera, Lack und Acryl.

Yuliia Koval arbeitet ebenfalls mit verschiedenen Maltechniken und unterschiedlichsten Materialien. Sie schreibt: „Der Bildträger inspiriert mich durch seine Oberflächenstruktur, genau wie meine räumliche Umgebung, mit der ich interagiere und kommuniziere. Dadurch entstehen Landschaften, neue Räume, die zugleich die neu entstandene Oberfläche und Textualität meiner Arbeiten in einen Dialog mit dem Betrachter setzen.“ Textualität spielt auch bei den Arbeiten von Christine Altona eine entscheidende Rolle. Sie arbeitet an einem Hochwebstuhl. Für ihre Textil-Objekte macht sie keinen Entwurf, manchmal nur eine Skizze mit Farbangaben. Alles andere entsteht spontan während des Webens.

Amrei Sell, aufgewachsen auf einem idyllischen Bauernhof im Allgäu, hat – inspiriert durch ein kunstaffines Elternhaus – schon als Kind zu zeichnen und malen begonnen. Neben ihren abstrakten Arbeiten mit dem Titel „Yin“ und „Yang“ und dem Hinterglasbild „abstrakt schwarz-bunt“, die sie in der Akademie zeigt, hat sie sich einen Namen als Buchillustratorin gemacht. Am liebsten zeichnet sie in ihren Kinderbüchern Tiere: Pferde, Hunde, Schweine und – Katzen. Kulturgeschichtlich werden Katzen mit femininen Eigenschaften in Verbindung gebracht. So kennt man in Ägypten die Katzengöttin Bastet, in Griechenland die Göttin Artemis, die die Katzen erschaffen haben soll, um ihren Zwillingsbruder Apollon zu ärgern und in der nordischen Mythologie fährt die germanische Göttin Freya auf einem von Katzen gezogenen Wagen durch die Lande. Auch in der Malerei gehören Frauen und Katzen zu den ältesten und beliebtesten Sujets. Penelope Richardson und Inge Kurtz haben sich in ihren Arbeiten auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit Katzenwesen auseinandergesetzt. Penelopes „innere große Katze“ ist ein Löwe mit dem Namen Kitty, der sehr viel weniger gefährlich wirkt, wenn man sich erst mal mit ihm angefreundet hat. Inge Kurtz entwirft Chimären, Mischwesen, halb Frau halb Tier. Schön anzusehen, eigenwillig und elegant spazieren sie über den „Catwalk“. Dass sie durchaus auch Krallen zeigen können, haben sie nicht nur in den letzten Monaten im Rahmen der MeToo-Debatte über Macht, Mobbing und sexuellen Missbrauch gezeigt.

von Inge Kurtz

Kontakt:

info@gedok-muc.de

GEDOK Kuratorinnen:

Penelope Richardson

Inge Kurtz

Akademie Politische Bildung

Dr. Manfred Schwarzmeier

Tel: 08158 / 256-52

 

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